Konzept
Fahrradakademie - Vernetzung, Fortbildung, Information für Kommunen
Mit dem Nationalen Radverkehrsplan 2002–2012 verfolgt die Bundesregierung das Ziel, den Radverkehr in Deutschland im Rahmen einer nachhaltigen Verkehrspolitik zu fördern. In diesem Zusammenhang spielt die Fortbildung der für die Umsetzung der meisten Maßnahmen verantwortlichen Kommunen eine wichtige Rolle. Mit Förderung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und mit Unterstützung des Deutschen Landkreistages, des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sowie des Deutschen Städtetages baut das Deutsche Institut für Urbanistik daher seit dem 01.06.2007 eine Fahrradakademie auf. Ziel der kommunalen Fahrradakademie ist die Fort- und Weiterbildung der Kommunen im Bereich Radverkehr.
Mit der Fahrradakademie steht ein umfassendes Fortbildungsangebot für kommunale Akteure im Bereich der Radverkehrsförderung in Deutschland zur Verfügung. Im Rahmen der Fahrradakademie werden ein- und mehrtätige Seminare an unterschiedlichen Standorten sowie Fachexkursionen angeboten. Die Seminare und Fachexkursionen werden von Experten mit langjähriger Praxiserfahrung durchgeführt.
Die Inhalte der Veranstaltungen sind in weiten Teilen auch über Radverkehrsbelange hinaus nutzbar. Dies gilt beispielsweise für Fragen der Qualitätssicherung, der Abwägung oder für Themen im Bereich des Unterhaltungsmanagements. Die Fahrradakademie unterstützt die Zusammenarbeit der Kommunen in Belangen des Radverkehrs durch Organisation einer jährlichen Fahrradkommunalkonferenz in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden.
Alle Veranstaltungen können dank Förderung des BMVBS zu für die kommunalen Budgets tragbaren Konditionen angeboten werden.
Ausgangslage
Das Fahrrad kann als Verkehrsmittel einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität in den Städten, zur Mobilität weiter Bevölkerungsgruppen sowie zur Verbesserung der verkehrlichen Situation leisten.
Auf dem Weg zu einem höheren Radverkehrsanteil sind zahlreiche Hindernisse zu überwinden. Die Bewältigung von Abwägungsproblemen sowie die Qualitätssicherung im Zusammenhang mit dem Radverkehr sind weitere anspruchsvolle Aufgabenfelder.
In der Ausbildung der mit dem Radverkehr in den Kommunen betrauten Berufsgruppen spielt die Radverkehrsförderung bisher keine ausreichende Rolle. Die Instrumente sowie die Erkenntnisse im Bereich des Radverkehrs entwickeln sich weiter:
- neue rechtliche Rahmenbedingungen entstehen
- neue Best-Practice Beispiele werden entwickelt
- neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden generiert
Jeweils auf dem neusten Stand zu bleiben, ist nur mit einem hohen Aufwand möglich. In der Praxis können die vielfältigen technischen, planerischen, organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten daher oft nicht ausgeschöpft werden.
Idee/Anspruch
- Die Fahrradakademie bietet Fortbildungsangebote im Bereich Radverkehr an. Kompetente Referenten mit starkem Praxisbezug vermitteln kompakt und anschaulich Lösungen für die wichtigsten Alltagsprobleme und helfen so, die Radverkehrsförderung auf ein neues Niveau zu heben.
- Die Fahrradakademie bringt die benötigten Informationen auf den Punkt und macht das über ganz Deutschland in vielen Einzelbeispielen und Studien verteilte Erfahrungswissen im Alltag nutzbar. Dabei werden gezielt die aktuellen praxisrelevanten Themenfelder behandelt.
- Die Fahrradakademie zeigt nicht optimale Wunschzustände sondern greift die reale Situation in den Städten und Gemeinden auf. Auch die Frage der Durchsetzung von Planungen in der Abstimmung mit anderen Ressorts und der Politik ist Gegenstand der Veranstaltungen.
- Die Fahrradakademie bietet ein Forum für die Diskussion von Lösungsansätzen zu lokalen Problemen und unterstützt die Kommunen bei der gegenseitigen Vernetzung. Das Programm wird auf Basis der Erfahrungen und Probleme der Teilnehmer kontinuierlich weiterentwickelt.
- Die Fahrradakademie organisiert in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden große Fahrradkommunalkonferenzen.
Zielgruppen
Die Fahrradakademie richtet sich insbesondere an Kommunen, die an einer Erhöhung des Radverkehrsanteils, an einer Verbesserung der Verkehrssicherheit, an einer Bewältigung von Abwägungsfragen oder an einer effizienten Mittelverwendung im Verkehrsbereich interessiert sind.
Angesprochen werden kommunale Akteure insbesondere in folgenden Aufgabenfeldern:
- Straßenplanung, Verkehrsentwicklungsplanung, Tiefbau
- Straßenverkehrsrecht
- Verkehrssicherheit
- Verkehrslenkung
- Stadtplanung
- Kämmerei
- ÖPNV-Aufgabenträger
- Schule, Kindergarten, Jugend und Sport
- Stadtmarketing, Touristische Verkehrsplanung